Der Pfarrer von Meisitz

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Der Pfarrer von Meisitz

Zwischen Aupitz und Rössuln lag einst das Dorf Meisitz. Im Dreißigjährigen Kriege erschienen die wallensteinschen Reiter auch vor diesem Dorfe. Besonders hatten sie es auf die Geistlichen abgesehen. Voll Schrecken suchte sich jeder in Sicherheit zu bringen und der Geistliche von Meisitz versteckte sich in einem Brunnen. Qualvolle Stunden hat er dort unten erlebt. Bald hörte er das Fluchen und Schreien der fremden Soldaten, aber auch das Jammern und Weinen der Frauen und Kinder in seinem Versteck. Schüsse fielen, Balken krachten, Frauen jammerten und Tiere brüllten auf. AM Abend leuchtete der Himmel blutig rot in sein Versteck hinein. Als der Pfarrer am nächsten Morgen aus dem Brunnen herauskam, war das Dorf völlig zerstört und niedergebrannt. Überall fand er Tote, Männer, Frauen und Kinder, liebe treue Nachbarn und Freunde. Und auch sein Pfarrhaus lag in Schutt und Asche. Da irrte der Ärmste viele Tage verstört durch die Felder, bis man den noch jungen Mann mit grauen Haar und irrem Sinn im Gehölz fand.

Quelle

Das Sagenbüchlein des Kreises Weißenfels (1937) von Alfred Nier

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